Meine 7 Geheimnisse

1. Meine "kriegerische" Seite

Sind wir gleichberechtigt? Ja, berechtigt in der Theorie schon.

Sind wir gleichgestellt? Ich sage nein.

Es macht mich wütend, wie gering Frauen in Unternehmen wertgeschätzt werden. Wie sie sich anstrengen müssen, um verantwortungsvolle Positionen zu erreichen. Dass sie nicht gehört und gesehen werden in der männlich dominierten Welt.

Gleichzeitig sehe ich, dass die Arbeitswelt immer komplexer wird und "Change" das große Modewort in Unternehmen ist. Alles ändert sich und das in einem rasanten Tempo. Die Belastung für Frauen wird größer statt kleiner. Ich erlebe ihren kräftezehrenden Spagat zwischen Beruf und Familie, ihren Frust, ihre Zweifel an sich selbst. Neben der Anforderung an alle anderen zu denken, sollen sie auch noch an sich denken.

Na, wann denn bitte?

Ach so, gut geschminkt und gestylt sollen sie auch sein. Und lieb! Und anschmiegsam! Und durchsetzungsfähig, auf jeden Fall, durchsetzungsfähig!  Puuuh, nicht auszuhalten, was wir alles erfüllen sollen!


2. Meine sanfte Seite

Obwohl ich nach außen oft eine großeKlappe habe und den Clown spiele, habe ich auch eine liebevolle, sensible und achtsame Seite. Als Buddhistin bin ich im Lernprogramm, alle Menschen zu respektieren und zu lieben. Das fällt mir bei einigen zugegebenermaßen schwer.

Ich übe ständig, so offen und vorurteilsfrei wie möglich zu sein. Auch meine eigene Verletzlichkeit und meine Selbstzweifel zu zeigen. Mit meinen Schwächen Frieden zu schließen. Meine melancholischen Momente auszuhalten und mich nicht in Aktionen zu stürzen.


3. Meine flexible Seite

Ich bin eine Frau, die in einer Zeit der äußerlichen Veränderungen für Frauen aufgewachsen ist:

die 68erJahre; freie Liebe durch die Pille; die Emanzipationswelle, die Frauen und Männer gleichermaßen aufrüttelte; das Recht für Frauen zu wählen und einen Beruf auszuüben; ein Konto zu verwalten, einen Geschäftsabschluss zu tätigen; das Internet, die Digitalisierung, Social Media; die Globalisierung.

Das alles brachte altes Rollenverhalten zwischen Männern und Frauen ins Wanken.

Alle diese Erfahrungen haben mich geprägt. Ich wurde in dieser weltlichen Instabilität hin- und hergeschleudert und musste meinen Platz finden. Zwischen Freiheit und Selbstverantwortung rang ich um den eigenen Wert.

 

"Gerade weil ich so viele, schnelle Veränderungen durchlebt habe, glaube ich, dass ich für Frauen ein echter Gewinn bin."


4. Meine bewegte Seite

Da ich eine Gedankenakrobatin bin, musste Yoga her um mich runterzubringen. Seit 26 Jahren begleitet mich Yoga. Seit 18 Jahren mache ich Tai Chi im Garten und verwirre die Nachbarn, weil ich auch die Schwert- und Säbelformen laufe. Seit 2005 bin ich Buddhistin, um meinem Geist noch besser auf die Schliche zu kommen. Das macht mich wahrscheinlich aus, dass ich immer wieder Neues erfahren möchte. Neugierig bin. Auf Menschen, auf neue Herausforderungen, auf neue Situationen.


5. Meine verrückte Seite

Ich bin Lachtrainerin. Wenn ich das sage, fragt jeder: Wofür braucht man das denn? Lachen kann doch jeder! Stimmt schon, aber manchmal verlieren wir unser Lachen. Lachen hilft, Abstand von unseren Problemen zu bekommen.

Ich habe mit unzähligen Menschen Lachworkshops gemacht und das Strahlen in ihren Augen angezündet. Ob Selbsthilfegruppen, Kranke oder Workshop-Teilnehmer*innen, alle stellten fest, dass auch herbeigeführtes Lachen total entspannt und Spaß bringt.


6. Mein tanzende Seite

Höre ich Musik, kann ich nicht still sitzen. Mein Körper bewegt sich automatisch im Rhythmus der Musik. Deswegen muss ich mich bei klassischen Konzerten enorm zusammenreißen, damit ich nicht aufstehe und losrocke.

Zwei Jahre lang habe ich in einem Tanztheater getanzt, das war eine ganz tolle Erfahrung. Auch zu Hause tanze ich oft nach Musik. Am liebsten mag ich fetzige Discosounds. Mein Sohn nennt das Mamas Mucke.  


7. Meine Ich-lasse-nichts-aus-Seite

Mit 27 Jahren gründete ich ein Unternehmen mit sechs Filialen, das ich nach 19 Jahren aufgab.

Natürlich wollte ich auch Kinder, es wurden drei. Berufstätig und Mutter sein, klar schaffte ich das. Allerdings habe ich dabei meine eigenen Bedürfnisse komplett ans Ende gestellt. Das war nicht gut. Mein Perfektionsdrang, es allen recht zu machen, hetzte mich durch die Welt.

Das Scheitern meiner Ehe fand ich schrecklich, merkte aber, dass Scheidung nicht scheitern heißt. Staunend lernte ich, dass ich auch alles alleine hinbekommen kann.

Obwohl alle sagten, das klappt nicht, begann ich mit 51 Jahren einen völlig neuen Beruf als Trainerin und Coach. Nachdem ich 14 Jahre in den unterschiedlichsten Unternehmen gearbeitet habe merkte ich, das erfüllt mich nicht mehr. Ich verließ die Unternehmensschiene.

Neuer Neuanfang mit meinem Herzenswunsch:

Frauen zu begleiten. Frauen zu unterstützen. Frauen zu stärken, ihren eigenen Weg zu gehen.

Ambitionierte Macherinnen, die beruflich engagiert sind: Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen.

 


Bist du neugierig geworden?